Mit internationaler Norm erfolgreich zur Informationssicherheit

Wer kennt die beiden folgenden Situationen nicht? Mitarbeitende haben im Büro auf ihren Tischen die Unterlagen aus diversen Besprechungen liegen. Sie sind somit oftmals ungeschützt vor fremden Blicken, für die diese Informationen nicht bestimmt sind. Auch das Postit, auf dem ein Passwort ungeschützt vor fremden Blicken geschrieben steht, lässt sich heute noch in Büroräumlichkeiten finden.
Was ist die ISO 27001?
Unternehmen, die die Zertifizierung anstreben, müssen nachweisen, dass sie in vielen Belangen angemessene Sicherheitsmaßnahmen implementiert haben, um die Informationssicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Identifizierung von Risiken, die Implementierung von Sicherheitskontrollen, regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden im Umgang mit sensiblen Informationen, das Screening von Personen, die sich im Unternehmen bewerben, die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des Informationssicherheitsmanagementsystems uvm.
Die Zertifizierung ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Sicherung sensibler Informationen, sondern kann auch das Vertrauen der Kundschaften, Stakeholdern und dergleichen stärken. Unternehmen, die zertifiziert sind, signalisieren damit ihre Verpflichtung zur Informationssicherheit und zeigen, dass sie die international anerkannten Best Practices im Bereich Informationssicherheit einhalten.
Welche Grundsätze verfolgt diese international anerkannte Norm?
- Vertraulichkeit: Sicherstellung, dass auf Informationen nur von autorisierten Personen oder Systemen unter festgelegten Bedingungen zugegriffen werden können.
- Integrität: Gewährleistung, dass Informationen und Systeme vor unbefugter Manipulation geschützt sind und nur von berechtigten Personen oder Prozessen verändert werden können.
- Verfügbarkeit: Sicherstellung, dass autorisierte Nutzer jederzeit auf benötigte Informationen und Ressourcen zugreifen können.
Weitere wichtige Prinzipien sind:
Risikobasierter Ansatz: Die Informationssicherheitsmaßnahmen werden auf Basis einer Risikobewertung festgelegt.
Kontinuierliche Verbesserung: Das ISMS soll kontinuierlich überwacht, überprüft und verbessert werden, um auf neue Bedrohungen zu reagieren.
Dokumentation: Alle relevanten Informationen, Prozesse und Verfahren müssen dokumentiert werden, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
Welche Vorteile bringt ein zertifiziertes ISMS nach dieser Norm?
1. Verbessertes Risikomanagement: Es hilft Unternehmen dabei, ihre Risiken im Bereich der Informationssicherheit systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu behandeln. Durch die Implementierung angemessener Sicherheitsmaßnahmen können Unternehmen potenzielle Sicherheitsrisiken minimieren und so die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit ihrer Informationen gewährleisten.
2. Steigerung des Vertrauens der Kundschaft: Eine Zertifizierung signalisiert der Kundschaft und Stakeholdern, dass angemessene Maßnahmen zum Schutz sensibler Informationen implementiert wurden. Das stärkt das Vertrauen der Kundschaft.
3. Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die zertifiziert sind, können sich gegenüber der Konkurrenz am selben Markt abheben, die keine entsprechende Zertifizierung vorweisen können. Eine aufrechte Zertifizierung kann somit ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein und dazu beitragen, neue Kundschaft zu gewinnen und bestehende Kundschaft durch ihr Vertrauen ins Unternehmen zu halten.
4. Erfüllung gesetzlicher Anforderungen: Die Norm hilft Unternehmen dabei, die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen im Bereich Informationssicherheit einzuhalten. Eine Zertifizierung kann somit dazu beitragen, dass Unternehmen gesetzliche Vorschriften im Bereich Informationssicherheit einhalten und mögliche Bußgelder oder rechtliche Konsequenzen vermeiden. Die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als gesetzliche Vorgabe stellt beispielsweise somit eine zwingende Vorgabe der Norm dar.
5. Kontinuierliche Verbesserung: Die Norm legt Wert auf die kontinuierliche Überprüfung und Verbesserung des Informationssicherheitsmanagementsystems. Unternehmen, die zertifiziert sind, sind daher dazu angehalten, ihre Prozesse und Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und zu optimieren, um die Informationssicherheit kontinuierlich zu verbessern.
6. Business Continuity Management: Die Norm behandelt in einem Kapitel das Business Continuity Management. Das Business Continuity Management zielt darauf ab, einen ganzheitlichen Managementprozess etabliert zu haben, der gravierende Risiken für eine Organisation frühzeitig aufdeckt und effektive Maßnahmen dagegensetzt. Um das Überleben eines Unternehmens zu sichern, bedarf es somit geeigneter Präventivmaßnahmen, die zum einen die Ausfallsicherheit der Geschäftsprozesse erhöhen und zum anderen ein schnelles und zielgerichtetes Reagieren in einer Krise ermöglichen. Eine klare Forderung der Norm ist, auch im Notfall bzw. in der Krise die Informationssicherheit gewährleisten zu können.
Diese genannten Vorteile sind nur ein Bruchteil dessen, was ein Informationssicherheitsmanagementsystem zu bieten hat.
Wie lange dauert der Aufbau bzw. die Einführung eines ISMS und wie läuft die Zertifizierung ab?
Der Aufbau bzw. die Einführung eines zertifizierbaren Informationssicherheitsmanagementsystem nach der internationalen Norm hängt von mehreren Faktoren wie der Unternehmensgröße, gewünschter Geltungsbereich der Norm, bereits vorhandene Richtlinien und Sicherheitsmaßnahmen, investierbare Personalressourcen und dergleichen ab. Im Schnitt kann davon ausgegangen werden, dass der Aufbau bzw. die Einführung eines zertifizierbaren Informationssicherheitsmanagementsystems neun bis zwölf Monate beansprucht.
Der Ablauf der Zertifizierung sieht wie folgt aus:

Die Vorbereitung ist der erste wichtige Schritt zur erfolgreichen Zertifizierung. Die Unternehmen sollen dabei sicherstellen, dass sie alle Grundanforderung der Norm ausreichend erfüllen und ihr Qualitätsmanagementsystem dokumentiert ist. Eine GAP-Analyse kann helfen, die Lücken im Qualitätsmanagementsystem zu finden und zu schließen.
Die nach der Vorbereitung durchzuführenden Erstaudits werden von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle durchgeführt und dienen der Überprüfung, ob das Qualitätsmanagementsystem den Anforderung der Norm entspricht.
Nach Abschluss der Erstaudits wird durch einen Bericht verschriftlicht, welche Abweichungen von der Norm und etwaige Schwächen des Qualitätsmanagementsystem vorhanden sind.
Die vom Unternehmen daraufhin eingeleiteten Korrekturmaßnahmen zielen darauf ab, die in den Erstaudits festgestellten Normabweichungen zu korrigieren und das System damit zu verbessern und eine Zertifizierung zu ermöglichen.
In einem Zweitaudit wird überprüft erneut das Qualitätsmanagementsystem geprüft. Ziel der erneuten Prüfung ist die Feststellung, ob die Korrekturmaßnahmen wirksam waren und das QM-System nun den Normanforderungen entspricht.
Die Zertifizierung wird durch Verleihung eines Zertifikates seitens der akkreditierten Zertifizierungsstelle vollzogen und gilt ab dann i.d.R. für drei Jahre. Nach Ablauf der dreijährigen Frist bedarf es einer Rezertifizierung.
Innerhalb der dreijährigen Gültigkeitsdauer der Zertifizierung wird mindestens einmal jährlich ein Überwachungsaudit durch die jeweilige Zertifizierungsstelle durchgeführt und zielt darauf ab, die Normkonfomität weiterhin zu überprüfen.
Was kostet ein normkonform zertifiziertes ISMS?
Wie viel der Aufbau und Erhalt eines Informationssicherheitsmanagementsystems schlussendlich kosten wird, lässt sich nicht pauschal beziffern und hängt analog zur Dauer der Implementierung vor allem von den folgenden Faktoren ab:
- Anforderungen und Wünsche des Unternehmens
- Vorhandene Unternehmensorganisation
- Zertifizierung oder keine Zertifizierung
- Größe und Komplexität des Unternehmens
- Personalkapazitäten für den Aufbau des Qualitätsmanagementsystems
Eines ist aber gewiss: Der Aufbau und Erhalt eines Informationssicherheitsmanagementsystems wird Ihnen weniger kosten als die Folgeschäden eines Imageverlustes durch ein Datenleck mangels unzureichender Schutzmaßnahmen oder diverse Strafzahlungen aufgrund Gesetzesverstöße (DSG, DSGVO etc.).
Gerne lege ich Ihnen ein individuelles Angebot nach Abstimmung und Vorliegen konkreter Daten.
Ist eine Zertifizierung nach dieser Norm für mein Unternehmen relevant?
Eine Zertifizierung nach dieser international anerkannten Norm ist dann erforderlich, wenn ein Unternehmen oder eine Organisation nachweisen können möchte oder muss, dass angemessene Maßnahmen zum Schutz von vertraulichen Informationen und Daten implementiert sind. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Unternehmen sensible Daten im Rahmen diverser Geschäftsbeziehungen verarbeitet oder speichert, oder wenn es gesetzliche oder vertragliche Anforderungen erfüllen muss, die den Schutz von Informationen vorschreiben. Zugleich kann eine Zertifizierung auch als Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz erachtet werden. Gerade bei Geschäftsbeziehungen, in denen sensible Daten und Informationen verarbeitet werden, möchte man diese gut geschützt wissen. Ein Nachweis eines implementierten Informationssicherheitsmanagementsystems nach international anerkannten Standards kann hier die beste Lösung sein.
